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Einladung: Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck`19

Sie sind herzlich eingeladen an der diesjährigen SIKO19 teilzunehmen. Diese findet am 21. März 2019 an der Hochschule Koblenz statt (9:00 – 16:00 Uhr).

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Der Leitgedanke
Sicherheit als geteilte Verantwortung oder die Suche nach einer sicherheitspolitischen Philosophie. Ein differenzierter Gegenimpuls zum aktuellen Zeitgeist.

Thematischer Impuls
Von Christian Hamm
Die Herausforderungen in einer globalisierten und digitalisierten Welt sind komplexer geworden. Der aktuelle Zeitgeist folgt dem Trend zu einer stärkeren Autorität des Staates in gefühlt zunehmend unsicheren Zeiten. Die reflexartig ausgerufenen Maßnahmen führen zu einer Verschärfung der Polizeigesetze und einer Aufrüstung der Sicherheitsbehörden. Doch ist dieser einseitige Weg alternativlos? Ein Blick in unser Nachbarland Frankreich zeigt, dass eine einseitige Verschiebung der Balance ausschließlich zugunsten einer scheinbaren Sicherheit, zu einer Entfremdung von Staat und Bürger führt. Die französische Polizei verzeichnet desaströse Werte in Umfragen zum Institutionenvertrauen und läuft Gefahr, ihren wichtigsten Partner – die Bevölkerung – zu verlieren. Als Konsequenz entstehen blinde Flecken im gesellschaftlichen Umfeld.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Grenzen zwischen äußerer, innerer und sozialer Sicherheit zusehends verschwimmen. Es kommt gar zu einer unauflösbaren Verquickung insbesondere von innerer und sozialer Sicherheit oder Unsicherheit. Die zu beobachtende Zuspitzung von sozialer Unsicherheit in sozialräumlicher Konzentration führt zu erheblichen Herausforderungen für die involvierten Akteure. Hierbei wird ein Akteur alleine nicht in der Lage sein, Sicherheit zu gewährleisten, noch weniger wird es ihm gelingen, die vielfältigen Problemstellungen abzuarbeiten. Vernetzte lokale Arbeit, insbesondere in rechtlichen Gemengelagen, wirkt hierbei kriminellen Strukturen und Missbrauch entgegen. Hierdurch gelingt es, die von der Bevölkerung erwartete staatliche Handlungsfähigkeit zu dokumentieren und einer gesellschaftlichen Spaltung, befeuert durch populistische Kräfte, konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen. Es bedarf differenzierter und nachhaltig angelegter Konzepte, um Sicherheit als geteilte Verantwortung von Sicherheitsbehörden, kommunalen Akteuren und eines jeden Einzelnen noch deutlich stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Hierin begründet sich ein ausbalancierter Gegenimpuls zu einer einseitigen Verschärfung von Gesetzen, Zentralisierung von Kompetenzen und damit einer Abschottung und Entfremdung von den Sorgen und Nöten der Bevölkerung vor Ort. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Dies sollte auch eine Lehre aus der Historie sein. Nebenbei bemerkt: Die weltgrößte Polizeibehörde, das New York Police Departement, hat sich vor mehr als fünfzehn Jahren für die grundsätzliche Philosophie einer „shared responsibility“ entschieden, massiv in bürgernahe polizeiliche Elemente investiert und hierdurch nachhaltigen Erfolg erzielt. Die Kriminalitätsraten sinken seit Jahren auf immer neue Tiefststände, die Aufklärungsquoten steigen und die New Yorker vertrauen ihrer Polizei in einem noch nie dagewesenen Maße.

 

Quelle: http://siko-koblenz.de/